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Endlich Samstag! Endlich frei!
Nachdem ich mich erstmal ausgeschlafen hatte, bereitete ich mir mein Frühstück zu.
Währenddessen kreisten meine Gedanken immer wieder um George.
Ob ich ihn einfach mal einladen sollte?
Das schlimmste, was mir passieren konnte war, dass ich mir einen Korb einfange.

Also nahm ich meinen Mut zusammen und tippte mit zitternden Händen seine Nummer ein.
Einige Male tutete es, bis sich seine tiefe Stimme zu Wort meldete.
Nach ein wenig Smalltalk frage ich einfach, ob er nicht Lust hätte, rüber zu kommen.
Und er hatte tatsächlich nichts anders vor!

Also wusch ich mich schnell und zog mich an.
Gerade hatte ich meinen Teller gespült, als es auch schon klingelte.
Ich begrüßte George und wir setzten unser Gespräch von neulich fort.
Und auch dieses Mal verstanden wir uns großartig.
Beide hatten wir den selben Sinn für Humor und wir interessierten uns für die gleichen Themen, wie Sport beispielsweise.
Plötzlich nahm George mich ganz unvermittelt in den Arm und drückte mich.
Ich wusste gar nicht, was los war und so drückte ich einfach mal mit.
Dann ging unser Gespräch weiter und mir fiel siedendheiß ein, dass ich ihn gar nicht hereingebeten hatte.
Das war ja sowas von peinlich!
Außerdem war es mir unangenehm, wie der Typ ein Stück die Straße rauf, uns mit seinen Blicken ständig taxierte.
Ich hoffte und betete, dass George ob meiner spärlichen Einrichtung nicht direkt wieder das Weite suchte.
Aber er setzte ein tapferes Gesicht auf und setzte seinen Fuß in meine Küche.
Sehr viel weiter kamen wir auch gar nicht.
Denn aus einem Impuls heraus fragte ich ihn spontan, ob er sich vorstellen könnte, mit mir eine WG zu gründen.
Betreten schwiegen wir uns einige Sekunden an, mir wurde heiß und kalt.
Die Sekunden kamen mir wie eine Ewigkeit vor, bis George zu meiner Überraschung einwilligte.
Vorbei waren die einsamen Abende! Vorbei das Mümmeln von Einzelportionen.
Beflügelt von meinem umwerfenden Charme, dem sich sogar gestandene Mannsbilder hingeben musste, machte ich mich an das Anlegen eines kleinen eigenen Gartens.
Immerhin war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Nachbarn mich beim Ernten ihrer Früchte erwischen würden...
Ich goss und zupfte und betüddelte.
Aber alles braucht seine Zeit, um zu wachsen - auch Tomaten.
Dummerweise brachte der Einzug von George nur 5.000 § in unsere Haushaltskasse. Offenbar hatte er seine gesamte Einrichtung samt Haus gestiftet.
Aber er beklagte sich nicht und ich freute mich, dass er sich ebenso für Bücher begeisterte wie ich.
Auch das Essen kochen machte jetzt wesentlich mehr Spaß. Und so eine Nanowelle ist schon eine tolle Sache. Man manscht die Zutaten für Ratatouille in eine Schüssel und heraus kommt ein perfekt angerichtetes Mahl.
Nur beim Reparieren von Gegenständen war George keine echte Leuchte.
Erstmal übersah er den sprudelnden Wasserhahn geflissentlich und rührte umso eifriger in seiner Schüssel rum.
Als unser Indoor-Springbrunnen dann doch noch seine Aufmerksamkeit erregte, versuchte er ziemlich erfolglos mit einer Rohrzange die Armatur zu verprügeln.
Brachte natürlich nix.
Also riefen wir einen Handwerker und George wischte derweil schonmal die entstandenen Fluten auf.
Ja, manchmal muss man Männer vom Fach ranlassen.
Aber ich kann nicht meckern. George erwies sich als echter Gentleman und gab sich mit der Couch als Schlafplatz zufrieden.
Was mir allerdings sehr suspekt vorkam war, dass er regelmäßig die Tonnen der Nachbarn durchwühlte, um über sie Berichte zu verfassen.
Ob er das bei mir auch gemacht hatte, bevor er hier einzog?
Und er befragte auf seinen Streifzügen durch die Nachbarschaft die Anwohner, welche ihm gegenüber nicht immer wirklich positiv eingestellt waren.
Der Job wurde mit jeder Beförderung auch härter und so blieb ich oft nach der Arbeit direkt in der Stadt, um weiter an meinen Fähigkeiten zu arbeiten.
Meistens trafen George und ich uns dort und fuhren später in seinem Streifenwagen gemeinsam nach Hause.
Oder wir gingen gemeinsam ins Fitnessstudio, um Gewichte zu stemmen.
Hier war es auch, wo ich George auf seine Cornrows ansprach und ob er sie nicht mal lösen mag.
Ich war wirklich überrascht, was eine andere Frisur ausmachen konnte!
Und er sah auch wesentlich seriöser aus für seinen Job als Phantombildzeichner.
Durch den ganzen beruflichen Stress, blieb mein kleiner Garten ganz schön auf der Strecke.
Mir flog das Unkraut nur so um die Ohren!
Interessanterweise hatte mein Vater, nachdem er von Georges Einzug bei mir erfahren hatte, seinen Job beim Militär an den Nagel gehängt und war in den Polizeidienst gewechselt.
Papa war somit, aufgrund seiner Erfahrung, Georges Vorgesetzter.
Aber ich glaube ja, dass er ein Auge darauf haben wollte, wer da genau bei mir wohnt.
So lebten und arbeiteten wir beide eine Weile nebeneinander her.
Wir verbrachten unsere knappe Freizeit meistens gemeinsam und langsam
machten wir uns auch Gedanken darüber, wie es mit der WG weitergehen sollte.
Es mussten dringend Möbel angeschafft werden und gegen einen neuen Anstrich hatte ich auch nichts einzuwenden.
Wir entschlossen uns dazu, noch einige Gehaltserhöhungen mitzunehmen und dann
unsere Pläne in die Tat umzusetzen.
Denn auf Dauer war der Zustand einfach nicht mehr tragbar. Ich musste mir in der Küche die Zähne putzen...
Oder ich fuhr nach der Arbeit erstmal ins Fitnessstudio.
Nur um mich dort unter die kalte Dusche stellen zu können.
Und wir brauchten jeder auch mal eine Rückzugsmöglichkeit.
So war ich auch gar nicht böse, dass George eines Abends schon recht früh zu Bett ging.
Ich zog mein Schlafzeug an, nahm mir ein gutes Buch und zündete den Kamin an...
 

 

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